Liebe Gartenfreunde,
kommt mit Dihydrogeniumoxid wieder etwas Neues aus der Giftküche auf uns zu? - Keine Sorge. Dieses Präparat scheint wirklich unbedenklich und biologisch vollständig abbaubar zu sein. Wir können es Euch daher ruhig empfehlen und wollen Euch über einige wesentliche Eigenschaften informieren. Damit wir Euch mit dem Wortungetüm Dihydrogeniumoxid nicht so oft quälen müssen, erlauben wir uns die Abkürzung DHO.
Herstellung
DHO ist eigentlich gar nicht so neu, muss nur gelegentlich wiederentdeckt werden. Es gibt zahlreiche unterschiedliche Produktionsverfahren. Hier sei nur ein Beispiel erwähnt: Führt man unter geeigneten Laborbedingungen Natronlauge und Salzsäure zusammen, entsteht - unter anderem - DHO. Leider fällt auch immer noch eine gehörige Portion Kochsalz ab, die bei den herrschenden Marktpreisen die Produktionskosten aber nicht amortisieren kann. Achtung: Dieses Herstellungsverfahren ist nicht ganz ungefährlich und sollte wirklich nur in geeigneten Labors durchgeführt werden; auf keinen Fall in der häuslichen Küche.
Nebenwirkungen
So ist also der Mensch über viele Jahrhunderte hinweg auf unterschiedliche Art und Weise in den Besitz von DHO gekommen. Wann immer es in der Landwirtschaft maßvoll eingesetzt wurde, hat es anregend auf das Pflanzenwachstum gewirkt, und es sind keine Risiken oder Nebenwirkungen bekannt geworden. Auch die heutige Wissenschaft stellt DHO nur gute Zeugnisse aus.
Wirkungsweise
DHO ist in der Lage, unter Verwendung eines geeigneten Katalysators, z. B. Chlorophyll, bei Bestrahlung mit ultraviolettem Licht aus Kohlendioxid Glukose herzustellen; nebenher wird bei diesem biochemischen Prozess auch noch Sauerstoff, der allerdings industriell kaum nutzbar ist, an unsere Luft abgegeben. (Wir enthalten uns hier einer Bewertung über die Versäuerung unserer Luft.) Die zuvor genannte Glukose ist eine verhältnismäßig einfache organische Substanz, die die Pflanze je nach ihren Bedürfnissen ihrem Organismus zur Stärkung zuführt oder zu komplexeren organischen Strukturen transformiert. Bei regelmäßiger Anwendung von DHO und den sonst üblichen Beigaben strotzen unsere Pflanzen förmlich vor Kraft. - Etwa so kann man mit einfachen Worten die Wirkung beschreiben.
Anwendung
Was haben wir Gärtner davon? Müssen wir uns eine kleine Chemiefabrik errichten, um von DHO zu profitieren? - Keineswegs.
Im Zeitalter der Sonnenbank ist die künstliche Bestrahlung mit ultraviolettem Licht technisch zwar möglich, aber für uns Kleingärtner viel zu kostspielig. Wir setzen lieber auf das kostenneutrale Sonnenlicht, dessen UV-Anteil bei wachsendem Ozon-Loch immer ergiebiger wird. - Kohlendioxid zu beschaffen, ist ebenfalls keine Herausforderung mehr, fällt es doch bei den meisten Verbrennungsvorgängen im Überfluss an. Dazu brauchen wir noch nicht einmal unser kostbares Hab und Gut dem Flammentod zu opfern, denn im allgemeinen versorgt die regionale Industrie uns Kleingärtner mit hinreichend viel Kohlendioxid. - Bliebe noch die Zugabe von Chlorophyll zu klären. Normalerweise ist jeder Kleingarten mit einem Grundbestand ausgestattet; Ergänzungen aus dem Fachhandel sind nur selten erforderlich. Hat der Kleingärtner einmal eine gewisse Mindestmenge zur Verfügung, profitiert er davon, dass sich diese Substanz nicht verbraucht, da sie nur als Katalysator fungiert. Schont also Euere Chlorophyll-Vorräte! Sie können Euch ein Leben lang uneigennützig dienen.
Diesen Zutaten brauchen wir also nur noch eine angemessene Dosis DHO beizugeben, und dann nimmt das Wunder der Botanik bereits seinen Lauf.
Beschaffung
DHO wird in zahlreichen Gebinden vertrieben. Die Standardkonfektion reicht von der 0,2 Liter-Flasche (für Balkonkästen, Pflanzschalen, usw.) bis hin zu 20 Liter-Kanistern für den großflächigen Einsatz. Auf Bestellung sind auch andere Vertriebsgrößen zu erhalten.
In Apotheken oder einschlägigen Fachgeschäften ist DHO auch als Konzentrat erhältlich. Es kann, je nach gewünschtem Effekt, mit Wasser aufgefüllt oder in größere Wassermengen eingerührt werden. Hierbei soll der Rührstab zunächst viermal rechts herum und abschließend noch zweimal links herum gedreht werden. Eingefleischte DHO-Anhänger sagen dem Mittel bereits verblüffende Wirkung nach, wenn es - ähnlich wie bei homöopathischen Mitteln - in ganz geringen Mengen (Tropfen) dem Gießwasser zugesetzt wird.
Weiterhin ist angedacht, dass unser Kleingartenverein das Präparat in größeren Mengen bevorratet und durch die Obleute samstags vormittags gegen eine kleine Schutzgebühr ausgeben lässt.
Fazit
Wir sehen uns veranlasst, Euch Dihydrogeniumoxid - es sei zum letzten Mal in epischer Länge genannt - bedenkenlos zu empfehlen.
Wir würden uns freuen, wenn Ihr ebenfalls angenehme Erfahrungen mit diesem Präparat sammeln könnt und an uns meldet, damit wir Eure Tipps interessierten Kleingärtnern weitergeben können.
Wir wünschen Euch ein ertragreiches Gartenjahr und verabschieden uns mit dem obligatorischen "Gut Grün".
Euere Gartenlachberater