Hinweis

Koniferen, nein danke!


Der Anbau von Koniferen ist immer eine ästhetische Entscheidung. Sie werden wegen ihres Zierwertes kultiviert und passen gemeinsam mit anderen Moorbeetpflanzen in das gestalterische Konzept eines Heidegartens. Das Bild eines Kleingartens ist geprägt durch die gärtnerische Nutzung, also durch die Abfolge der Vegetationsphasen (Austrieb, Wuchs, Blüte, Fruchten). Koniferen aber sehen bis aufwenige Ausnahmen das ganze Jahr über gleich aus und vermitteln nichts von der Lebendigkeit und Geschäftigkeit des Gartenjahres. Sie sind bequem, weil sie sich nicht verändern. Aber genau das widerspricht dem Sinn des Nutzgartens. Koniferen haben raumgreifendes Potenzial. Die meisten im Handel angebotenen Nadelgehölze sind Jungpflanzen. Die Angaben zu Wuchshöhe und -breite entsprechen oft nicht den realen Gegebenheiten, auch bei so genannten Zwergformen nicht. Die tatsächlichen Ausmaße, die Koniferen in ein paar Jahren erreichen können, sind für Laien oft nicht vorstellbar. Sie dominieren später ganze Gartenbereiche und werden in Kleingartenanlagen zum viel diskutierten Problem Waldbäume. Für den Begriff Waldbaum gibt es keine rechtsverbindliche Definition. Auf alle Fälle gehören jene Nadel- und Laubgehölze dazu, die in den Wald, die freie Landschaft, den Park oder großzügige Gartenanlagen gehören. Sie behindern ausgewachsen den Anbau von Gartenerzeugnissen. Spätestens bei einem Pächterwechsel müssen solche Bäume gefällt werden und sind somit ein ständiger Konfliktherd in Kleingartenanlagen. Und neben der Monotonie, die z. B. eine Thuja-Hecke vermittelt, ist sie auch für die heimische Fauna von geringer Bedeutung. Ökologische Vielfalt entsteht in einem bunt bepflanzten Kleingarten. Alternativen zu Thuja wären Laubgehölzhecken, Pergolen mit Klettergehölzen oder einfach eine Reihe kräftig wachsender Sonnenblumen.

Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e. v. (BDG)